Institut für historische Intervention

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„Hermann Leopoldis Israel-Tournee“

Wir freuen uns, an den Österreichischen Kulturtagen in Tel Aviv, organisiert von Judith Weinmann-Stern, teilnehmen zu dürfen:

24.5.2013: 15.00
„Schön ist so ein Ringelspiel
Hermann Leopoldi: Wien – Buchenwald – New York“
Felicja Blumental Music Center (Tel Aviv)
Eröffnung: Ronald Leopoldi
Gesang: Andrea Eckert, Heinz Zednik
Klavier: Bela Koreny
Moderation und Präsentation der Biografie „Hermann Leopoldi –
Hersch Kohn. Eine Biografie“ (Wien Mandelbaum Verlag 2012):
Christoph Lind und Georg Traska

 

Es geht weiter mit:

 

25.5.2013: 21.00
„Verboten und Verbannt“ – Entartete Musik;
Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Giacomo Meyerbeer, Erich
Zeisl, Alexander Zemlinsky, Arnold Schönberg, Alban Berg, Wolfgang
Amadeus Mozart
Felicja Blumental Music Center (Tel Aviv)
Gesang: Daniel Serafin
Klavier: Matea Leko

 

26.5.2013: 20.00
„Die zersägte Dame“ - ein Chanson-Abend mit Liedern von Georg
Kreisler, Gerhard Bronner, Ralph Benatzky und Armin Berg
Felicja Blumental Music Center (Tel Aviv)
Gesang: Andrea Eckert
Klavier: Bela Koreny

 

Seit 1955 plante Hermann Leopoldi mit unterschiedlichen Künstleragenturen eine Israel-Tournee. Wegen der Schwangerschaft seiner Partnerin Helly Möslein, der unsicheren Nahostlage und wegen schwieriger Diskussionen über die Vortragssprache – Deutsch als öffentliche Vortragssprache war damals in Israel eine
„Unangemessenheit“ – wurde sie mehrfach verschoben. 1958 kam es endlich zu einem Vertrag über zehn Konzerte, doch fanden diese wegen Hermann Leopoldis Krankheit und Tod im Juni 1959 nicht mehr statt. Angeblich hatte man bereits mit dem Plakatieren begonnen. 65 Jahre später und zu Leopoldis 125. Geburtstag soll das mit einem kompakten Veranstaltungspaket „nachgeholt“ werden. An zwei künstlerisch hervorragend besetzten Abenden soll die jüngst erschienene Biografie „Hermann Leopoldi – Hersch Kohn. Eine Biografie“ (Wien, Mandelbaum Verlag 2012) und deren englische Übersetzung „Hermann Leopoldi. The Life of a Viennese Piano Humorist“ (Riverside, Ariadne Press 2013; Übersetzung: Dennis McCort) von den Autoren Georg Traska und Christoph Lind vorgestellt worden. Der als Hersch Kohn 1888 geborene Hermann Leopoldi war über Jahrzehnte der berühmteste Vertreter des jüdisch-wienerischen Musikkabaretts. Gerhard Bronner und Georg Kreisler setzten diese Tradition fort, gaben ihr aber eine ihrer Zeit gemäße neue Richtung. Sie konfrontierten die österreichische Nachkriegsgeneration mit gesellschaftspolitisch beißenden Satiren, hinter denen immer auch ihre eigene Erfahrung als Holocaust-Überlebende und jüdische Remigranten stand. Daniel Serafin präsentiert ein außergewöhnliches Liedprogramm unter dem Titel „Verboten und Verbannt - Entartete Musik“, welches er bereits in den USA und Europa aufgeführt hat, mit Werken von Felix Mendelssohn-Bartholdy über Giacomo Meyerbeer bis zu Arnold Schönberg.

 

Exilforschung zu Österreich. Leistungen, Defizite & Perspektiven.

Donnerstag, 14. März 2013, 14.40 Uhr, Aula des Uni Campus Altes AKH, Spitalgasse 2-4, 1090 Wien.

Im Rahmen des Internationalen Symposiums "Exilforschung zu Österreich" tragen Christoph Lind und Georg Traska zum Thema "AKM und Austro Mechana im Wandel von 'Arisierung' und Neugründung" vor:


Die österreichischen Verwertungsgesellschaften für Musikrechte, AKM und Austro Mechana, schlossen im Zuge
der „Arisierung“ ihrer Organisationen ab 1938 ihre nach den Nürnberger Gesetzen als Juden geltenden Mitglieder
(40%) aus. Dazu wurde ein sogenannter „Judenspiegel“ angefertigt. Das vorzustellende Projekt untersucht die
Umstände des Ausschlusses der Mitglieder sowie den Entzug von Tantiemen, die von den
Verwertungsgesellschaften weiter kassiert wurden. Es recherchiert deren Verbleib und versucht die Gesamtzahl
der entzogenen Gelder zumindest zu schätzen. Die Schicksale der ausgeschlossenen Mitglieder (Vertreibung,
Verfolgung, Exil, Ermordung) werden ebenfalls recherchiert und in Kurzbiographien erfasst. Die Neugründung von
AKM und Austro Mechana nach 1945 wird in Hinblick auf den fortgeschriebenen Ausschluss der jüdischen
Mitglieder, die nicht erfolgten Restitutionen und den Umgang der beiden Verwertungsgesellschaften mit ihrer
Geschichte untersucht.

Das Tagungsprogramm: http://www.exilforschung.ac.at/aktuelles/oege-Tagung2013.pdf

 

 

 

Buchpräsentation „Hermann Leopoldi – Hersch Kohn“ Eine Biographie.

Montag, 10. Dezember 2012, 19.00

Buchhandlung Wiederin, Innsbruck, Erlerstraße 6

Mit den Autoren Georg Traska und Christoph Lind.

Hermann Leopoldi (1888-1959) war ein Meister der musikalischen Unterhaltung, der als „Klavierhumorist“, wie er sich selbst nannte, das Publikum begeisterte. Über Witz und Satire hinaus spiegeln sich in seinen Liedern auch die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche seiner Zeit. Er schuf seine Lieder in so unterschiedlichen Umgebungen wie den Wiener Kaffeehäusern der 1920er und 30er Jahre, im KZ Buchenwald und im amerikanischen Exil.

Basierend auf der Tradition der Wiener Volkssänger entwickelte er sein musikalisches Idiom in der Begegnung mit der amerikanischen Jazz- und Tanzmusik weiter und reüssierte in Kabarett und Revue sowie als Star der neuen Massenmedien Schallplatte und Radio.

In diesem Buch wird Leopoldis Lebensgeschichte entlang seiner Lieder erzählt. Zwanzig historische Aufnahmen sind auf der dem Buch beigefügten CD zu hören. Viele davon wurden erstmals seit den 1920er Jahren wieder aufgelegt.

 

Österreichs jüdische Friedhöfe. Eine Verantwortung.

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 19.00 Uhr, Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
Jüdische Friedhöfe bestehen nach religiösem Verständnis bis zum jüngsten Tag. Seit 11 Jahren gilt das Washingtoner Abkommen, das die seit dem Holocaust notwendige Sanierung jüdischer Friedhöfen in Österreich sichern sollte, und seit kurzem ein Pflegeabkommen zwischen Bund und Gemeinden.

Dennoch sind es bis heute vor allem bürgerschaftliche Initiativen, die die Sorge für Friedhöfe übernehmen. Drei unterschiedliche Friedhofsprojekte (Klosterneuburg, Graz, St. Pölten) werden mit ihren Motiven, Zielen, praktis
chen und politischen Schwierigkeiten von den Initiatoren präsentiert und zur Diskussion gestellt.

Mit:

Martina Enzmann (Komitee zur Erhaltung des jüdischen Friedhofs Klosterneuburg)
Gerald Lamprecht (Centrum für jüdische Studien an der Universität Graz)
Christoph Lind (Institut für historische Intervention, Wien)
Georg Traska (Institut für historische Intervention, Wien)

 

Das jüdische Leben in der Vorstadt. 9. offenes Vernetzungstreffen.

Montag, 3. Dezember 2012, 20.30, Brunnenpassage, Brunnengasse 71, 1160 Wien
HistorikerInnen stellen an diesem Ort der Begegnung und des heutigen Lebens einen unsichtbar gewordenen Teil der Geschichte von Ottakring, Hernals und Rudolfsheim-Fünfhaus vor. Heute sind diese Bezirke wieder stark von verschiedenen migrantischen Gruppen geprägt. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert siedelten sich hier unter anderem Juden und Jüdinnen aus allen Teilen der Monarchie an. Unter ihnen gab es wohlhabende Unternehmer und noch viel mehr kleine Gewerbetreibende oder TagelöhnerInnen. Sie hatten ihre ei
genen Bethäuser und Begegnungsstätten, nahmen aber auch intensiv am bürgerlichen Leben Wiens teil oder waren in der Arbeiterbewegung engagiert. Sie lebten auf unterschiedlichste Weise mit ihrer nicht-jüdischen Umgebung zusammen, bis der Nationalsozialismus alle Formen jüdischen Lebens zerstörte.

Die Vortragenden wollen an diesem Abend versuchen, gemeinsam mit den BesucherInnen Bezüge zwischen Geschichte und Gegenwart dieses Stadtteils und seiner vielfältigen BewohnerInnen herzustellen.

Vortragende:
Evelyn Adunka, Gabriele Anderl, Georg Traska

Moderation:
Christoph Lind

 
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