Institut für historische Intervention

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Home Erinnerungsprojekte in Österreich
Erinnerungsprojekte in Österreich
Auf dieser Seite sollen alle österreichischen Erinnerungsprojekte gesammelt dargestellt werden – jeweils mit einem Link zur Projekt-Webpage, sofern eine solche besteht. Die Initiative dazu ging von einer Vernetzungsplattform bestehender Erinnerungsprojekte aus.

Wenn Sie ein Ihnen bekanntes Projekt auf dieser Seite nicht vorfinden, bitten wir Sie darum, MitarbeiterInnen desselben auf diese Webpage aufmerksam zu machen oder uns von dem Projekt mitzuteilen (mit Kontaktdaten, falls verfügbar).

Möchten Sie uns eine Projektbeschreibung zusenden, bitten wir Sie um Beachtung der redaktionellen Richtlinien. Auf Ihren Wunsch tragen wir Sie auch in den Email-Verteiler der Vernetzungsplattform ein, sodass Sie regelmäßig zu deren Treffen eingeladen und über deren Aktivitäten informiert werden.

 
Eine bestehende Zusammenstellung von Projekten unter www.erinnern.at/bundeslaender folgt der spezifischen Zielsetzung, als Kontaktstelle zwischen Projekten und LehrerInnen zu fungieren.
 
 
 
Um in der Übersicht direkt zu den Projekten eines speziellen Bundeslandes zu kommen, klicken Sie bitte auf der Österreich-Karte den entsprechenden Bereich an. 


Erinnerungsprojekte in Österreich top

MenschenLeben

Über 650 Männer und Frauen, Jugendliche, Erwachsene und Senioren haben seit 2009 im Rahmen des Oral History Projekts MenschenLeben in mehrstündigen Gesprächen aus ihrem Leben berichtet. Diese Erzählungen von Menschen aus und in Österreich vermitteln einen Einblick in die Vielfalt der öffentlichen und privaten Lebenswelten im 20. und 21. Jahrhundert – von der Monarchie über die Erste Republik und den Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart.

Mobiles Erinnern - Gedenken an die ungarisch-
jüdischen Zwangsarbeiter/innen 1944-45

Ein von Christian Gmeiner gestaltetes Gedenkobjekt wird von Budapest in vielen Stationen (40 Orte) durch das Gebiet, in dem Verbrechen an ungarischen Jüdinnen und Juden verübt wurden, nach Oberösterreich transportiert. Begleitende Ansprachen, Informationsmaterialien , Symposien verdeutlichen der Bevölkerung diese bislang verschwiegenen Morde und Grausamkeiten der NS-Zeit.

Verein Gedenkdienst

GEDENKDIENST ist eine politisch unabhängige, überkonfessionelle Organisation, die sich mit den Ursachen und Folgen des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen auseinander setzt. In regelmäßigen Abständen organisieren wir „Geh Denken“, eine wissenschaftliche Veranstaltungsreihe. Seit 1992 entsenden wir Freiwillige – Männer und Frauen – in Länder, in denen die Nazis und ihre HelferInnen Verbrechen begingen, oder in denen Überlebende der Mordmaschinerie heute leben.

Erinnerungsprojekte im Burgenland top

Vertrieben.at

Die Burgenländischen Forschungsgesellschaft beschäftigt sich in ihrem Fachbereich Zeitgeschichte und politische Bildung intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus im Burgenland.In Zeitzeugengesprächen und Publikationen geht es darum, Zeichen des Erinnerns und Gedenkens zu setzen. Die Webseite www.vertrieben.at ist ein virtueller Erinnerungsort für die 1938 aus dem Burgenland vertriebenen jüdischen Familien. Sie umfasst neben Kurzporträts auch Hinweise auf die Reste baulicher jüdischer Kultur sowie eine Datenbank mit den burgenländischen Opfern der Shoah.

Erinnerungsprojekte in Kärnten top

Društvo/Verein Peršman

Ein imposantes bronzefarbenes Denkmal, neben einem unscheinbaren Haus. Der Peršmanhof, gelegen in einem idyllischen Seitental Bad Eisenkappels/Železna Kapla. Oder: was davon über ist. Vor mehr als 60 Jahren war hier der Wohnort einer fünfzehnköpfigen Großfamilie mit Großeltern, Eltern, Kindern, Tante, Neffen und Nichten. In den Kriegsjahren ein wichtiger Partisanenstützpunkt, wo ganze Bataillone versorgt wurden. Ein paar Jahrzehnte nach der Nazidiktatur entstand am gleichen Ort ein kleines Museum: Weil das Leben der Großfamilie noch in den letzten Kriegstagen gewaltsam beendet worden war.

Gedenkstätte Annabichl/Trnja vas

Seit dem Jahre 2000 bemüht sich Memorial Kärnten-Koroška um eine Erneuerung der seit 1965 im Gedenken an die Opfer für ein freies Österreich bestehenden Gedenkstätte in Annabichl. Vorrangiges Ziel: Die Landesgedenkstätte muss mit dem Aufscheinen der Opfernamen errichtet werden. Warum Namen? Ein Denkmal, das die Namen der Opfer dem Vergessen zu entreißen vermag, macht den Menschen in seinem geschichtlichen Wesen wieder kenntlich. Es geht dabei um die Würde der Opfer, um die Würde der Republik Österreich und um ein Geschichtsbild, das keine Opfer-Täter-Umkehr mehr zulässt.

Loibl KZ Nord – Gedenkstätte

Das Kärntner Mauthausen Komitee besteht seit 1995 aus einer kleinen, aber beständigen Aktionsgruppe von ca. 8 bis 10 Menschen. Die Hauptaufgabe besteht darin, eine würdige Gedenkstätte beim Loibl KZ Nord zu errichten, die auch eine informative Ausschilderung und Kennzeichnung des Areals beinhalten soll. Daneben wird in Form von Gedenkveranstaltungen, Exkursionen, öffentlichen Vorträgen und Vernetzung mit ähnlichen Initiativen die Erinnerungsarbeit voran getrieben.

Erinnerungsprojekte in Niederösterreich top

Bunker beim Bahnhof in St. Valentin

Auf dem Bahnhofsgelände hat Norbert Maringer 1993 die Decke eines ehemaligen Bunkers in Kreuzform ausheben lassen und diese mit Erde und Granitplatten belegt, um so eine zwanglose Auseinandersetzung mit Geschichte zu ermöglichen.
Bei Umbauarbeiten wurde die Arbeit demontiert.

Nur der Feige, der verreckt. Das vergessene Lager
in Droß.

Während der Zeit des Nationalsozialismus hat es in der Gemeinde Droß ein Lager für jüdische Zwangsarbeiter gegeben. 60 Jahre danach holten der Historiker Robert Streibel und die Künstler Jochen Sengseis und Gregor Kremser, gemeinsam mit Interessierten aus Droß und Umgebung, diesen Aspekt der Zeitgeschichte ins Gedächtnis des Ortes zurück.

Denkmal für den jüdischen Friedhof in Krems

Aus dem von Robert Streibel initiierten Projekt, den vertriebenen Kremser Juden ein Denkmal zu setzen, und einem schließlich stattfindenden Wettbewerb, wurde 1995 das Projekt von Hans Kupelwieser realisiert. Im Eingangsbereich des jüdischen Friedhofs hat der Künstler ein 48m langes Stahlband installiert, in das Namen und Daten von 129 Kremser vertriebenen und verstorbenen Juden eingeschnitten sind.

Die „Offene Bibliothek“ auf dem jüdischen Friedhof
Krems

Das Projekt der Künstler Clegg & Guttman versammelt in drei Schränken auf dem jüdischen Friedhof Bücher über den Tod im jüdischen Gesetz, im Ritual und in der Philosophie. Besucher können Bücher ausleihen oder hinzufügen. Die Arbeit sollte ursprünglich an die Stelle eines jüdischen Grabsteins treten, der in einer Kirchenfassade eingemauert war und nach seiner Restaurierung auf dem jüdischen Friedhof aufgestellt wurde.

Erinnerungsort Barackenlager Sittendorf

„Hitler brachte den Wirtschaftsaufschwung und baute Autobahnen“.
Die Baracken in Sittendorf wurden im September 1938 ursprünglich für die Arbeiter des Reichsautobahnbaus, Bau der heutigen A 21, errichtet. In die Baracken werden ein Jahr später französische Kriegsgefangene und in der Folge serbische Zivilinternierte gesperrt. Ein Grabstein auf dem Friedhof in Sittendorf nennt 17 Gefangene, die zwischen Mai und August 1942 an Hungertyphus gestorben sind. Tatsächlich waren es weit mehr Menschen, die durch die katastrophalen Zustände ums Leben kamen.

Erinnerungsstätte am Stadtsee in Allentsteig

In Zusammenarbeit mit der Stadtgemeinde Allentsteig installierte VALIE EXPORT im Jahr 1999 ein Denkmal zur Erinnerung an die Aussiedlung der Bewohner in der Region um Allentsteig, die durch das nationalsozialistische Regime gezwungen waren, ihre Heimat in den Jahren zwischen 1938 und 1941 zu verlassen.

Gedenkstätte im Schulpark Amstetten

Im Gedenken an seine jüdischen Mitbürger hat die Stadtgemeinde Amstetten in Zusammenarbeit mit der Abteilung der Niederösterreichischen Landesregierung „Kultur und Wissenschaft“ 1999 dieses Denkmal gesetzt. Die Arbeit von Norbert Maringer besteht aus zwei Kreisen. Einer bleibt ein wildwucherndes Wiesenstück und grenzt sich klar von der übrigen Grünfläche des Parks ab. An der Umfanglinie des anderen sind zwölf Glaszylinder in die Erde versetzt, die die Namen der verstorbenen Juden der Stadt tragen.

KZ-Außenlager Guntramsdorf / Wiener Neudorf

Von 1943 - 1945 bestand in Guntramsdorf und in Wr. Neudorf ein Konzentrationslager. Es war ein Außenlager des KZ Mauthausen und Teil der „Flugmotorenwerke Ostmark“. Zum Höchststand im September 1944 waren hier 3.170 Gefangene inhaftiert. Der KZ-Gedenkverein will mithelfen, das Wissen über das wenig bekannte KZ-Nebenlager Guntramsdorf/Wr. Neudorf zu verbessern. Dazu arbeiten wir als offizielle Lokalgruppe eng mit dem Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) zusammen.

Mahnmal für die Zwangsarbeiterlager Viehofen

Projekt Catrin Bolt: Orientierungstafeln, Realisierung 2010
In Viehofen, einem kleinen Ort neben St.Pölten, gab es in den Jahren 1944 und 1945 zwei Zwangsarbeiterlager. Später wurde auf dem Gebiet ein Schotterwerk betrieben, danach entstand ein künstlicher Schottersee, der jetzt von der Bevölkerung intensiv als Freizeitareal benutzt wird. Wie in Freizeitarealen üblich, sollen an verschiedenen Stellen um den See Orientierungstafeln aufgestellt werden. Allerdings ignorieren die Hinweistafeln den See und zeigen die Situation von 1945.

Mahnmal im Hammerpark, St. Pölten

Anlässlich des Gedenkjahres 1988 wurde durch Hans Kupelwieser ein Mahnmal errichtet, das als Symbol für den ereignis-, kultur- und ideengeschichtlichen Zusammenbruch Österreichs infolge des Geschehens im Jahr 1938 steht. Das Kunstwerk versinnbildlicht eine Opferschale. Es verzeichnet die Namen der im Hammerpark hingerichteten Widerstandskämpfer und ist darüber hinaus allen Opfern des Nationalsozialismus gewidmet.

Memorial Maria Gugging
für die Opfer der Medizinverbrechen
während des Nationalsozialismus

Das Memorial wurde durch das IST (Institut for Science and Technology) Austria in Auftrag gegeben und auf dem Campus in Maria Gugging aufgestellt. Mit dem Memorial soll die Würde des Menschen bzw. des Opfers, unabhängig von seiner psychischen, geistigen und körperlichen Konstitution, auch vor allem im Moment des Todes, zum Ausdruck gebracht werden. (c) Dorothee Golz

Serbenhalle

Auf dem Gelände der einstigen Wiener Neustädter Lokomotivfabrik wurde ab 1943 vom deutschen Rüstungskonzern Henschel und Sohn ein Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen geführt. Offiziell wurde es "SS-Arbeitslager Wiener Neustadt" genannt. Dort mussten bis zu 1.000 Häftlingen Zwangsarbeit leisten. Die riesige Werkshalle wurde von der Wehrmacht in der serbischen Stadt Kraljewo, wo sie der Erzeugung von Eisenbahnwaggons diente, geraubt, weshalb sie "Serbenhalle" genannt wurde, nach Wiener Neustadt transportiert und hier unter dem rigorosen Einsatz der KZ-Häftlinge aufgestellt.

Staat im Vertrag

Österreich gedachte 2005 der Entstehung der Zweiten Republik, der Kriegsjahre, seiner Entwicklung nach dem Staatsvertrag, und vor allem dachte Österreich an die feierliche Unterzeichnung desselben. Es war so gut wie unmöglich, an diesem Umstand vorbeizukommen. Der Beirat für kunst im öffentliche raum niederösterreich initiierte eine Plakataktion, konzipiert von PRINZGAU/podgorschek. Neun KünstlerInnen nahmen unmittelbar auf das Jubiläum der Staatsvertragsunterzeichnung Bezug.
(Plakatentwurf: „a room of one’s own“)

Stalag XVII B Krems-Gneixendorf

Während des Zweiten Weltkrieges befand sich auf dem Gebiet des heutigen Österreich eines der größten Kriegsgefangenenlager des „Dritten Reiches“ – das Kriegsgefangenen-Mannschaftsstammlager (Stalag) XVII B Krems-Gneixendorf. Die Baracken wurden bald nach Kriegsende abgerissen und das Lagerareal dem Erdboden gleichgemacht. Seit dem Jahr 2000 verweisen mehrere Tafeln auf die Dimensionen des weitgehend unsichtbar gewordenen Lagers.

Verbunden mit der Vergangenheit.
Eine Telefonzelle für die Erinnerungen an das
Konzentrationslager in Melk.

Ein Gedenkprojekt im Rahmen des Viertelfestivals NÖ von Gregor Kremser und Robert Streibel.
Luise L hat als Telefonisten im Postamt Melk gearbeitet und Gespräche verbunden. Ihre Geschichte steht im Zentrum der Telefonzelle. Das Telefonbuch ist eine Liste mit Namen und Hinweisen auf die zu hörenden Geschichten.

Erinnerungsprojekte in der Steiermark top

63 Jahre danach

„63 Jahre danach“ bindet der Künstler Jochen Gerz die steirische Öffentlichkeit in ein künstlerisches Verfahren ein, das die Vermittlung von Text- und Bildinhalten in der Tagespresse für ein mit dem Heute verbundenes, jede/n Einzelne/n herausforderndes Erinnern an die NS-Herrschaft in der Steiermark nutzbar macht.
Das Institut für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark lädt zur Präsentation vom 11. bis 13. März 2010 ein.

Audioweg Gusen

Der AUDIOWEG GUSEN ist eine begehbare „Skulptur“ des Künstlers christoph mayer chm., die das erloschene Gedächtnis eines Ortes thematisiert, auf dem sich während der NS-Diktatur die Konzentrationslager Gusen I und II befanden. Die Besucher des AUDIOWEGs GUSEN rekonstruieren dieses Gedächtnis anhand persönlicher Erinnerungen Überlebender, von Zeitzeugen aus der lokalen Bevölkerung, aber auch von Tätern und ehemaligem Wachpersonal. Sie hören deren Stimmen mittels Kopfhörer, während sie durch das Gelände des ehemaligen Lagerkomplexes gehen.

Die Gänse vom Feliferhof

1995 schrieb der Befehlshaber der Militärregion Graz (Steiermark) einen Wettbewerb mit dem Ziel aus, ein Mahnmal für die während der Nazi-Diktatur am Militärstandort Feliferhof ermordeten zivilen Opfer durch einen zeitgenösischen Künstler schaffen zu lassen. Anfang 1996 entschied sich die Jury des internationalen Wettbewerbs einstimmig (d.h. mit den Stimmen des Militärs) für das Konzept von Jochen Gerz und Esther Shalev-Gerz „Die Gänse vom Feliferhof“. Die Realisierung scheiterte seither am Widerstand des Auslobers.

Ich Sigfried Uiberreither Landeshauptmann

Gestaltung: Jochen Gerz
Auf Initiative des Landtages Steiermark entstand 2008/2009, ausgehend vom Ort der Grazer Burg als historischem und gegenwärtigem Zentrum der Macht, eine künstlerische Arbeit, die das Erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus in Graz und der Steiermark herausfordert. Konkreter inhaltlicher Ausgangspunkt ist in diesem Zusammenhang der Machtmissbrauch durch den Gauleiter und gleichzeitigen Landeshauptmann Siegfried Uiberreither.

„Panzerlinie-Panzerlilie“ von Wolfgang Rahs
„Explosion“ von Gosha Ostretsov

Im Zuge der historischen Recherchen in russischen Archiven stieß die Historikerin Hermine Prügger auf russische Aufzeichnungen über die letzten Kriegsmonate im NO-steirischen Wechselgebiet und Kämpfe im Gebiet um Stift Vorau. Anlässlich des „Gedenkjahres“ 2005 initiierte Prügger mit dem aus Vorau gebürtigen Künstler Wolfgang Rahs und dem russischen Aktionisten Gosha Ostretsov eine komplexe künstlerische „Intervention“, die auch die Bevölkerung mit einzubeziehen versuchte.

Wächterhaus in Aflenz

Das WÄCHTERHAUS erinnert an die Ermordeten und Toten in Aflenz bei Leibnitz, einem Außenlager des KZ Mauthausen, das von Februar 1944 bis April 1945 bestand und der Rüstungsproduktion diente. Die Ruine des Wachpostenhauses wurde konserviert und gesichert und mit der Leuchtschrift "WÄCHTERHAUS" versehen. Tafeln und kostenlose Broschüren informieren über die historischen Ereignisse. Im Inneren der Ruine ist das Screen-Magazin "messages repeated" zu sehen, dessen Beiträge aktuelle Menschenrechtsverletzungen thematisieren und in Zusammenarbeit mit NGOs erstellt und regelmäßig aktualisiert werden.

Erinnerungsprojekte in Oberösterreich top

Das Mollner Mahnmal für die zivilen Opfer
des Nationalsozialismus

2003 wurde in Molln/OÖ das Mahnmal enthüllt. Der Entstehungsprozess verlief sehr konfliktfrei: zunächst wurde im Gemeinderat ein entsprechender Beschluss gefasst, in weiterer Folge wurde die Bevölkerung über die Gemeindezeitung und in Veranstaltungen über das Vorhaben informiert. Eine damals bereits ältere Frau – eine Nachfahrin des ermordeten Ehepaars Popp – meinte, nun sei endlich der Augenblick gekommen, auch dieser NS-Opfer öffentlich zu gedenken.

Haus der Verantwortung, Braunau

Das Projekt Haus der Verantwortung (HRB) entstand in Österreich, nachdem nach der Regierungsbeteiligung der FPÖ unter Jörg Haider der Journalist Reinhold Klika von der Braunauer Rundschau die Unterschriftenaktion „Braunau setzt ein Zeichen“ gestartet hatte. Der Innsbrucker Politikwissenschaftler Andreas Maislinger hat auf den Aufruf reagiert und vorgeschlagen, im Geburtshaus von Adolf Hitler ein Haus der Verantwortung einzurichten. Die Braunauer Rundschau hat die Idee am 4. Mai 2000 vorgestellt. In den folgenden Jahren konnte das Projekt nicht verwirklicht werden.

Hohlräume der Geschichte

Auf ein „Geschenk“ Hitlers an die Stadt Linz, das bis dahin als „vergessenes“ Relikt ohne jeglichen Hinweis im so genannten Aphroditentempel stand, wurde die Aufmerksamkeit mit Alexander Jöchls Intervention „formlos“ gelenkt. Die „Aphrodite“-Statue wurde mit einem Holzkasten umbaut und ein Schild auf der Außenseite des Kastens zeigte folgenden Text: „Linz, 18. April 1942. ‚Die Plastik auf der Gugl soll formlos enthüllt werden. Der Führer übergibt sie der Stadt als Geschenk.‘ Linz, 13. Mai 2008. Die Plastik auf der Gugl wird formlos sichtbar gemacht.“

IN SITU - Zeitgeschichte findet statt.
Nationalsozialismus in Linz

Das für das Europäische Kulturhauptstadtjahr 2009 entwickelte Projekt hatte die Visualisierung und Einschreibung der vielschichtigen Dimensionen der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik in die Alltagswahrnehmung zum Ziel. Dem „Prinzip der leisen Wirksamkeit“ verpflichtet, verweigerte es sich einer Eventisierung der NS-Zeit, vielmehr arbeitete es auf mehreren Kommunikationsebenen: im öffentlichen Raum (mit einem eigens entwickelten Stadtplan), auf der Webpage und in Buchform.

Mauthausen Komitee Steyr

Das Mauthausen Komitee Steyr wurde 1988 gegründet. Ziel des Komitees ist die Erforschung der NS-Zeit in Steyr, die Betreuung der Gedenkstätten, die regelmäßige Abhaltung von Gedenkfeiern und das aktive Auftreten gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und jede Form des Rassismus. Ein besonders Anliegen ist dem Komitee die Pflege des Jüdischen Friedhofes und die Erforschung des KZ- Nebenlagers Steyr-Münichholz.

Nachklang-Widerhall

Der Kulturverein Kult-Ex errichtete 2007 ein Klangdenkmal in Leonding bei Linz/OÖ – in unmittelbarer Nachbarschaft einer Pilgerstätte für Neonazis. Gesprochene Beiträge von 39 AutorInnen erinnern an die Gräuel des Nationalsozialismus, die Verfolgung, Vertreibung, Vernichtung und den Widerstand von Jüdinnen und Juden, Roma, Sinti und Jenischen, behinderten Menschen, Angehörigen von Religionsgemeinschaften, Deserteuren, Homosexuellen, Kriegsdienstverweigerern, Kriegsgefangenen, politischen GegnerInnen, ZwangsarbeiterInnen und allen anderen Opfern des Nationalsozialismus.

Reichsstraßenbau-Lager Traunsee

Bis zu ihrer Deportation im Jahr 1942 wurden insgesamt 476 Juden aus Wien zur Arbeit im Straßenbau in Traunkirchen und Umgebung gezwungen. Bis zu einem Dokumentenfund im Jahr 2001 blieb die Existenz des „Arbeitslagers“, insbesondere im Ort Traunkirchen, ohne Erwähnung. 2002 wurde das von Ferdinand Götz aus Bad Ischl entworfene Mahnmal eröffnet.

Schloss Hartheim

In Schloss Hartheim in Alkoven (OÖ) war von 1940 bis 1944 eine der sechs NS-Euthanasieanstalten untergebracht, in der nahezu 30.000 körperlich und geistig beeinträchtigte sowie psychisch kranke Menschen und arbeitsunfähige KZ-Häftlinge und ZwangsarbeiterInnen ermordet wurden. Der Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim ist seit 2003 mit der Ausstellung „Wert des Lebens“ und der Gedenkstätte nicht nur ein Ort des Gedenkens sondern auch ein Lern- und Diskussionsforum für historische und aktuelle Fragen.

Stolpersteine im Bezirk Braunau

Der Kölner Künstler Gunter Demnig verlegte am 11. und 12. August 2006 im Bezirk Braunau am Inn 13 Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus. Der ehemalige "Heimatkreis des Führers" ist damit der erste Bezirk oder Landkreis im deutschen Sprachraum, der in dieser Form flächendeckend an seine NS-Opfer erinnert. Gunter Demnig hat seit 1997 über 20.000 dieser Pflastersteine mit der Aufschrift Hier wohnte vor dem Haus der NS-Opfer verlegt. Dies erfolgte aber meist in Städten, die Einladung in Landgemeinden blieb die Ausnahme.

"Versenkungen" – Ebensee 2010-2013

Jeweils am 22.09. werden über 3 Jahren hinweg 191 Flusssteine, die mit Autor_in/ Buchtitel/ Untertitel/ Erscheinungsort/ Publikationsjahr versehen sind, an der Schnittstelle Traunmündung/ Traunsee und Wasser/ Land lose verteilt hingelegt. Dieser Tag stellt das überlieferte Datum von 1934 dar, an dem der erste Versuch der Bücherversenkung in der Traun stattfand.
Ein Projekt von Alexander Jöchl und Sabrina Kern

Zeitgeschichte-Museum und Gedenkstätte Ebensee

Ebensee war Standort eines KZ-Außenkommandos des Lagerkomplexes Mauthausen. Ab 1988 errichtete der „Verein Widerstandsmuseum“ ein Zeitgeschichte-Museum und sicherte die baulichen und topografischen Spuren des KZ. Die über Jahrzehnte miteinander konkurrierenden Strategien von Vergessenwollen, aber auch die Etablierung von Gedenktraditionen werden in Ebensee besonders anschaulich.

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Stolpersteine Salzburg

Das Personenkomitee Stolpersteine ist eine private Initiative, die in der Stadt Salzburg ge-meinsam mit dem deutschen Künstler Gunter Demnig sogenannte »Stolpersteine« verlegt. Diese Mahnmale erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten deportiert, ermordet oder in den Freitod getrieben wurden.

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Die Geschichte der Jüdischen Gemeinde
in Wien-Favoriten

Die Arbeit umfasst die Geschichte der Jüdischen Gemeinde Wien-Favoriten vor 1938, die Jahre 1938-45 und nach 1945 unter politischen, kultur- wirtschafts- und sozialhistorischen Aspekten. Sowohl Großunternehmen, als auch die Lebensräume der jüdischen ArbeiterInnen und Angestellten, Gewerbetreibenden und HandwerkerInnen werden näher beleuchtet.
Synergien sind angedacht: Publikation, Ausstellung/Katalog, Vorträge, Unterrichtsmaterial

Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche
Fakultät 1918–38

Das FWF-Projekt „Die Wiener Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1918–38“ untersucht die Entwicklung der Rechts- und Staatswissenschaften ebenso wie die Geschichte jener Personen, die an der Fakultät lehrten und studierten. Es verfolgt somit sowohl wissenschaftsgeschichtliche als auch sozialgeschichtliche Ansätze.

Erinnerungsort Turnertempel

Der Turnertempel wurde 1871/72 als dritte Synagoge Wiens und religiöses Zentrum der vorstädtischen Gemeinde "Sechshaus" errichtet. Im November 1938 wurde der Tempel, gleich allen freistehenden Synagogen der Stadt, in Brand gesetzt. An seine Stelle trat eine Garage und 1976 eine städtische Grünfläche. 2011 wurde die gesamt Grünfläche aufgrund eines geladenen Wettbewerbes als Erinnerungsort neu gestaltet.

Gedenkstätte Karajangasse

Seit Mai 1999 gibt es hier eine sehenswerte zeitgeschichtliche Ausstellungen zu sehen, die zum größten Teil von Schülern und Schülerinnen des Gymnasiums gestaltet wurden. Der Standort hat einen historischen Bezug. 1938 war hier ein Gestapogefängnis eingerichtet - unter den Häftlingen Dr. Bruno Kreisky und Fritz Grünbaum. In der Ausstellung gibt es auch die Ergebnisse mehrerer Schulprojekte, die sich mit der Erforschung der Lebensgeschichten der über 350 ehemaligen jüdischen Schüler und Schülerinnen des Gymnasiums befassen, zu sehen und vieles mehr.

Große Stadtgutgasse 34 - 1938

Das Ende 2006 entstandene Hausprojekt ist dem Gedenken und der Erinnerung an die in der NS-Zeit vertriebenen, deportierten, ermordeten jüdischen Bewohnerinnen und Bewohnern der Großen Stadtgutgasse 34 im 2. Wiener Gemeindebezirk gewidmet.

Herklotzgasse 21

Initiiert wurde das Projekt von MieterInnen des Hauses Herklotzgasse 21. Das Haus war ein Knotenpunkt der weitläufigen jüdischen Vorstadtgemeinde "Sechshaus", deren Ursprung in die 1840er Jahre zurückreicht. 2008 wurde die Ausstellung und Videoinstallation "Das Dreieck meiner Kindheit. Eine jüdische Vorstadtgemeinde in Wien XV" in der Herklotzgasse 21 gezeigt, begleitet von einer Buchpublikation. Die Ausstellung wird im Oktober 2009 wiedereröffnet und ab November durch zehn Hörstationen im Stadtraum fortgesetzt. An der Stelle des zerstörten Turnertempels entstand ein Denkmal.

Historische Türkenkugel – Wien VI

"Diese historische Türkenkugel wurde bei der Zweiten Türkenbelagerung Wien's 1683 gegen das an dieser Stelle befindliche Haus abgefeuert. – Errichtet durch die Heimat Österreich Siedlungsgesellschaft m.b.H. 1969" – besagt die Inschrift auf der Tafel.

Kirschblütenallee auf dem Flakturm im Augarten

PRINZGAU Podgorschek
After the Second World War there had been six flak towers left here. Two of them are in a beautiful baroque garden in the second district. For a long time they had been untouched but they are not holy mountains, quite the contrary. You should be allowed to use them, stop making them a taboo. We think it is time to find a new way of living with them instead of praising them by letting them be what they are. We intend in one case to adapt a spiral cherry walkway from the bottom to the top.

Mahnmal gegen den Mythos des ersten Opfers

Der Künstler Marko Lulic bezieht sich mit seiner temporären Intervention auf das Denkmal im Park des Mexikoplatzes. Der Staat Mexiko hat als einziges Land vor dem Völkerbund gegen den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich protestiert. Gleichzeitig unterstützt der bestehende Gedenkstein aber auch den Mythos von Österreich als „erstem Opfer“ des Nationalsozialismus. Gegen die Konstruktion und Aufrechterhaltung der „Opferlüge“ steht die Zahl „99,73“. Sie gibt das Ergebnis der Ja-Stimmen der Volksabstimmung vom 10. April 1938 in Prozenten wieder.

Plattform Geschichtspolitik an der Akademie
der Bildenden Künste

"Plattform Geschichtspolitik" ist eine Initiative von StudentInnen, AktivistInnen und Lehrenden, die der Akademie der bildenden Künste Wien nahe stehen und versteht sich als offenes Kollektiv im Sinne jener Arbeitsgruppen, die im Rahmen der Akademiebesetzung entstanden sind. Sie markiert den Beginn eines kontinuierlichen Prozesses, in dem die Teilhabe der Akademie an Kolonialismus, (Austro-)Faschismus und Nationalsozialismus kritisch reflektiert und öffentlich verhandelt wird.

REVUE am Fritz-Grünbaum-Platz

Wendelin Pressls REVUE ist eine liebevolle Hommage auf den Namensgeber des Platzes. Das Gebilde steht für Grünbaums Schaffen als Kabarettist und seine architektonische Form verweist auf die berühmte Doppelconference, die Fritz Grünbaum gemeinsam mit Karl Farkas entwickelt hatte. Die Blickrichtung in Richtung Flakturm ist Mahnung auf das Ende Fritz Grünbaums im Konzentrationslager. Als Tribüne ermöglicht REVUE Raum für Selbstinszenierung und inszeniert gleichzeitig die historische Umgebung (Apollokino, Flakturm).
Aufstellung: 16. April bis 15. Oktober 2010

Servitengasse 1938

2004 fand sich eine Gruppe engagierter BürgerInnen aus dem 9. Wiener Gemeindebezirk zusammen, um den Schicksalen der vertriebenen und ermordeten jüdischen BewohnerInnen einer ganzen Gasse – der Servitengasse – nachzuspüren. Ziel war es, die Erinnerung an eine einstmals jüdische Vergangenheit im Bezirk zu aktivieren und dieser Menschen durch eine gemeinsame Erinnerungs- und Vermittlungsarbeit zu gedenken.

Steine der Erinnerung

Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, der jüdischen Opfer des Holocausts zu gedenken und die Erinnerung an das jüdische Leben und die jüdische Kultur vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten wach zu halten. Dieses Gedenken wollen wir an Orten jüdischen Lebens und vor den Häusern, in denen jüdische WienerInnen gelebt haben, durch das Setzen von „Steinen der Erinnerung“ verankern. Diese kleinen gravierten Messingplatten machen Geschichte sichtbar und geben den ermordeten Menschen wieder ihren Namen und einen Platz in ihrer früheren Heimat.

Steine des Gedenkens, Wien III

Seit Ende 2007 arbeitet "Steine des Gedenkens", um die Erinnerung an die Opfer der Shoa im Dritten Wiener Bezirk wach zu halten. Hier waren ca. 13.300 Personen betroffen. Neben der Verlegung von Gedenksteinen vor Häusern, wo jüdische Menschen wohnten oder ihre religiösen und kulturellen Einrichtungen waren, arbeiten wir an der Offenlegung der Schicksale Betroffener. Die Datenbank "Opfer der Shoa des 3. Bezirks" von Prof. Karl Hauer erfasst die Namen, Schicksale und Adressen der Opfer der Shoa. Auf unserer Web-Seite können Sie selbst die Wohnorte und Schicksale derselben erforschen.

Unsere vergessenen Nachbarn
Gedenkraum und Erinnerungsbuch für die ehemaligen jüdischen Bewohner des 3. Bezirks

1995 gestalteten wir eine große Ausstellung mit dem Titel „Unsere vergessenen Nachbarn - die Landstraßer Juden“, nachdem wir zuvor über vier Jahre die Namen, Wohnorte, Daten und Schicksale der ehemaligen jüdischen BewohnerInnen unseres Bezirks zu recherchieren versuchten.

[transkription]

Thury-Hof, Wien (eröffnet 2010)
Die künstlerische Auseinandersetzung von Maria Theresia Litschauer mit einer bisher nicht beachteten Terrakotta-Figur von Alfred Crepaz, die einen mit Schwert martialisch überhöhten Krieger darstellt, zielt auf eine umfassende Kontextualisierung von Nazi-Kunst. Mittels Zeichen, Betonband und Schrifttafel wird der ideologische Hintergrund dieser völkisch konnotierten Statue ebenso kritisch thematisiert, wie das lesbare Hitler-Zitat aus 1933 bewusst gemacht wird.

„Idylle“ - Intervention an Gemeindebaufassade

Auf einer Fassade des Gemeindebaues im 5. Bezirk, Brandmayergasse 27 befindet sich ein Wandbild des Malers Rudolf Böttger. Einer der abgebildeten Knaben in HJ-Uniform hält einen NS-Wimpel. 1945 wurde das Hakenkreuz in diesem NS-Wimpel entfernt, ansonsten ist das Werk unverändert. Die Künstlerin Ulrike Lienbacher brachte 2002 über dem Wandbild eine Glasscheibe mit dem seitenverkehrt geschriebenen Wort "Idylle" an, um die falsche Idylle des Familienlebens im faschistischen Deutschen Reich und den Missbrauch der Sprache durch die Nationalsozialisten zu verdeutlichen.

„Standpunkt Geschichte“
Denkmal der zerstörten Synagoge in Hietzing

Als Teil des an der Volkshochschule Hietzing angesiedelten Projektes „Juden in Hietzing“ wurde eine alte Gedenktafel durch ein zeitgemäßes Erinnerungszeichen zu ersetzen. Wir haben einen Standpunkt. „Standpunkt Geschichte“ heißt dieses Denkmal von Hans Kupelwieser. Nur wer einen Standpunkt einnimmt, kann die Geschichte erkennen.